Kugeltrapezplatte

Herstellung einer Kugeltrapezplatte aus Carbon

 

Wie zu erwarten war, haben wir auch das Trapezsystem des Novacat 17 verbessert. Wir sind vom herkömmlichen System mit einem metallenen Haken der in einen Metallbügel eingehakt wird, zu einer Variante übergegangen, bei der eine Kunststoffkugel in eine speziell geformte Platte aus Carbon eingehängt wird.
 
Zur Fertigung einer solcher Platte musste erst einmal eine passende Form hergestellt werden, um beliebig viele Stückzahlen bauen zu können.
Auf den Bau der besagten Form möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht weiter eingehen. 
 
Für das Laminieren der Platten muss die Form noch entsprechend vorbehandelt werden. Sie muss vollkommen frei von Staub und Fett sein, damit man sie mit Trennwachs einreiben kann. Nach dem Trennwachs kommt noch ein Folientrennmittel (PVA) auf die Oberfläche, damit man die Platte später problemlos wieder aus der Form entfernen kann.
 

Nach ca. 45 Minuten ist das PVA angetrocknet und man kann mit dem nächsten Schritt beginnen, dem Gelcoat.
Das Gelcoat ist dazu da, dass das Bauteil später eine wundervoll glatte Oberfläche erhält und nicht die raue Struktur der Fasern aufweis.
Als Finish muss die Platte auf jeden Fall noch lackiert werden, da das Gelcoat nicht UV beständig ist und sich sonst unschön verfärben würde.
 

Nach dem Einbringen des Gelcoats muss man leider wieder warten. Ganze 90 – 120 Minuten sind zu verstreichen, damit die Schicht „angeliert“ und durch das auflegen der Fasern nicht gleich wieder weggedrückt wird. Die Zeit lässt sich aber gut nutzen um die Fasern zu zu schneiden, den Vakuumaufbau vor zu bereiten und ein paar Bierchen zu zischen.
 
Ist das Gelcoat angeliert, kann es mit dem laminieren beginnen. 
Als erstes wurden zwei 0/90 Decklagen eingebracht, um eine schöne Optik der Platte zu bekommen. 
Danach wurden mehrere UD-Lagen entlang der horizontalen und vertikalen Mittellinie einlaminiert, um die Bereiche in denen die Kugel und die Gurte später sitzen zu versteifen. 
An den Seiten, an denen die Hüftgurte angreifen werden, haben wir zu dem noch Lagen aus +/-45 einlaminiert. 
Zum Schluss noch einmal eine Deckschicht aus 0/90 darüber, damit alles sauber abgeschlossen ist.
 

Nachdem nun auch die letzte Lage Fasern an seinem Platz ist, muss nur noch der Vakuumaufbau drauf und alles an die Pumpe angeschlossen werden.
Wer bis jetzt alle Beiträge fleißig mitgelesen hat, sollte ja mittlerweile wissen wie das geht.
 

Nach etwa einem Tag aushärten unter Vakuum und einem weiteren Tag rumliegen, ist alles fest genug um entformt werden zu können.
Mit einem kurzen, kräftigen Ruck lässt sich die Platte aus der Form entfernen. 
 
Nachdem die Platte mit Flex und Schleifpapier in seine endgültige Form gebracht wurde, haben wir mit einem Fräsbohrer die Öffnung für die Kugel ausgearbeitet. 
 
Jetzt fehlen nur noch die weiteren Aussparungen für die Gurte und die abschließende Lackierung. 
Bis dahin kann sich das Zwischenergebnis aber schon recht gut sehen lassen.
 

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