Das Ausrichten …

 
Nachdem nun auch der zweite Rumpf die Helling verlassen hat, wurden bei beiden die Aussparungen für die Beams heraus gearbeitet.
Mit einer zuvor gefertigten Schablone wurde die auszuarbeitende Kontur angezeichnet und später ausgesägt.
Da die Blätter für unsere Stichsäge leider zu kurz gewesen sind, sodass wir durch Balkweger und Beamklötze hätten sägen können, mussten pro Aussparung ca. 15 Sägeschnitte gesetzt werden um sich der Kurve hinreichend nahe anzunähern. → Das bedeutet … mindestens 120 mal die Säge ansetzen.
 

Nachdem alle Schnitte gesetzt worden sind, konnten die einzelnen Lamellen mit dem Stecheisen leicht heraus gelöst werden.
Nun mussten die Aussparungen nur noch mit der Feile solange bearbeitet werden, bis die Beamwannen bestmöglich gepasst haben und mit ihrer Oberkante auf gleicher Höhe mit der Decksrundung lagen.
Der letzte Feinschliff wurde mit 40er Schleifpapier auf einem Papprohr des gleichen Durchmessers unserer Beams vorgenommen, was auch schnell mal aussieht wie ein Affe auf dem Schleifstein. Voller Körpereinsatz hat nun einmal seinen Preis.
 

 

Gestern durften die Rümpfe dann endlich den Keller verlassen und schon einmal ein wenig Wind schnuppern.
Die Rümpfe wurden iterativ so ausgerichtet, dass sie quasi in einer Ebene liegen, sprich parallel und gleich hoch zu einander stehen.
In diesem Zustand wurden nun die Beamwannen eingeklebt. Die aufgelegten und mit Spanngurten angepressten Querträger bezwecken, dass auch alles in exakter Position zu einander aushärtet.
 
Das Boot hat in zusammen gebautem Zustand eine Gesamtbreite von 2,5 Metern, was schon einen mächtigen Eindruck hinterlässt.
 

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4. Bauwoche

Platten + Helling Rumpf

 
 
Anfang der Woche wurden die beiden Rumpfplatten an der Kielnaht zusammengefügt.
Hierfür legten wir beide Platten übereinander und fixierten sie unten mit Draht, damit sie beim Aufklappen nicht auseinander gehen. Dann wurden sie in ihre Ständer gelegt, anhand entsprechender Kielwinkel ausgerichtet und längs mit Leisten in ihrer Position fixiert.
 
Nun konnte es an’s Verkleben gehen.
 

Die Kielnaht wurde von innen und außen jeweils mit einem großen und einem kleinen Streifen Glasgewebe verklebt.
 

Sich auszubildende Luftblasen im Lamitnat wurden mit einem Sandsack beschwert, damit das Gewebe an den Rumpf gepresst wird.
 

Da durch den spitzen Winkel im Kielbereich recht viele Blasen entstanden sind, mussten auch entsprechend viele Sandsäcke gefüllt werden.
 
Nach dem Aushärten konnten wir den Rumpf wieder von der Helling runternehmen und die Deckskontur ausschneiden, damit man die Platten in ihre endgültige Form bringen kann.
Zuerst mussten wieder einmal alle Punkte aus dem Plan auf die Helling übertragen werden, um sie dann mit geeigneten Hilfsmitteln zu einer gestraakten Linie zu verbinden.
 

Nach 10 Minuten Säge schwingen und Kanten entgraten war alles soweit um den ersten Rumpf in die Helling zu drücken.
 

Trotz knarzen und knacken am Anfang, das Ding musste da rein.
 
Mit etwas Gefühl und flächigem Zusammendrücken des Stevens verlief alles nach Plan.
Nach der ersten Probe mussten die Aussparungen der Helling noch ein wenig nachgearbeitet und der Steven mit angedicktem Epoxy bestrichen werden. Dann ging der Rumpf wieder zurück in die Helling.
Nach dem Ausrichten musste der noch aufklaffende Steven mit einigen Zwingen zusammengefügt werden.
 

Nachdem alles fixiert war kam Erleichterung auf, jedoch blieb eine gewisse Skepsis ob auch wirklich alles so 100% gerade ist wie es sein soll.
 
Zuallerletzt wurden noch Spiegel, Hauptspant und die Schablone für die Deckswölbung aufgetrgen, ausgesägt und zusammengeklebt.
 

Die 3. Bauwoche

Balkweger verkleben… 

Nachdem in der letzten Woche die Rumpfplatten und die Balkweger auf Länge geschäftet wurden, konnten wir aus den Platten nun die Kontur aussägen und sie mit den Balkewgern, sowie Versteifungen verkleben.
 
Zuallererst musste jedoch die Rumpfkontur auf die Platte.
Wir tackerten die beiden übereinander liegenden Platten an den Ränder ringsum zusammen, damit in einem Schritt beide Platten vollkommen gleich ausgesägt werden können.
Dann übertrugen wir die entsprechenden Punkte der Kontur auf die oberste Platte (welche mit der späteren Innenseite nach oben lag) und verbunden sie miteinander. 
Zum Erzeugen einer homogenen Kurve verwendeten wir den Balkweger als Straklatte. 
 

Nun musste nur noch alles ausgesägt werden. → Wenn das nur mal so einfach wäre 😉
Auf halbem Weg hat unser Sägeblatt einfach mal den Geist aufgegeben und zerbrach.
 
Nach kurzem Auswechseln des Miesepeters ging es weiter. 
 

Beide Platten sind nun ausgesägt.
Jetzt fehlen nur noch die Verstärkungen für die beiden Beams, sowie für das Vorstagpütting. 
Die Verstärkung für die Wandten werden nicht angebracht, da wir uns an dieser Stelle etwas spezielleres ausgedacht haben, worauf ich später noch zu sprechen komme.
 

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen wurden und alle Teile auf der richtigen Seite mit Epoxydharz eingestrichen sind, können sie auf der Platte platziert und fixiert werden.
 

„Fortschritt“ der 2. Bauwoche

Was die letzten Tage geschah … 

…, war nicht sonderlich viel.
 
In dieser Woche haben wir alle Schäftungen für den ersten Rumpf durchgeführt.
 
Zuerst suchten wir uns die Seiten der Platten mit der schönsten Oberfläche aus, um diese auf den richtigen Seiten mit dem Putzhobel anzuschrägen, damit man sie hinterher mit der notwendigen Fläche verkleben kann (Schäften).
 
Hergestellt wurde eine Schäftung von 40mm Länge. Hierbei ist sehr darauf zu achten, dass die Fläche der entstehenden Ober- und Unterkante vollkommen eben, also ohne Krümmung verläuft. Ansonsten ist keine Verklebung über die ganze Fläche gewährleistbar. 
 

Hat man diesen Arbeitsschritt bei allen vier Platten für den ersten Rumpf abgeschlossen, kann es an das Verkleben gehen. 
Wir verwendeten hierfür ein Epoxydharz mit schnellem Härter. 
Da unser Harzsystem im Normalzustand doch recht zähflüssig ist, haben wir es in der Mikrowelle erst einmal ein wenig erwärmt.  
 
… eventuell auch etwas zu sehr 😉
 

Wie man unschwer erkennen kann, ist unsere Mikrowelle schon Profi im Umgang mit brennenden Harzgläsern. Alles halb so schlimm, denn unser Harz ist jetzt schön dünnflüssig.
 
Zum Verkleben haben wir die Platten übereinander auf die Helling gelegt, um beide Rumpfhälften in einem Schritt und vor allem Platzsparend verarbeiten zu können. Jeweils ein großer Streifen Folie unter, zwischen und über den Platten verhindert das Festkleben an Helling und Verspannungsvorrichtung.
 

Zum Aneinanderpressen kam alles zum Einsatz was man so finden konnte, um eine möglichst hohe und gleichmäßige Lastverteilung zu erlangen.
 
Desweiteren haben wir in der letzten Woche noch von unserer Bohle 20mm breite Streifen abgesägt um die Balkweger zu verkleben. 
Bei diesen Schäftungen sind wir mehr oder weniger analog vorgegangen außer, dass wir ein Schäftungsmaß von 160mm hatten, um der notwendigen Bedingung von l = 8 * Plattenstärke gerecht zu werden.
 
 
Zur Feier des Tages ist heute auch noch unsere Bestellung mit insgesamt 230m Gewebeband, 20 Harzrollen und 50 Pinseln angekommen. 
 
Bezogen von HP-Textiles: http://www.hp-textiles.de/
 

Und nein, das braucht man nicht alles für den Bau von EINEM Katamaran !!
 
 
 
 
 
 
Ich wünsche euch allen ein angenehmes Wochenende !!!!!!!!!!!!